METHODIK.TXT
DEATH-BY-KI.DE ist Satire mit ernstem Kern. Damit der Humor nicht auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht, legen wir hier offen, was das Terminal tatsächlich tut, was es bewertet und wo die Grenzen liegen.
1. Was untersucht wird
Nach Eingabe einer URL ruft unser Server die Website ab, so wie es ein Browser oder eine Suchmaschine tun würde. Es werden ausschließlich öffentlich erreichbare Seiten gelesen, keine Login-Bereiche, keine Formulare, keine Dateien.
- Startseite
- bis zu sechs Unterseiten, die das Geschäftsmodell beschreiben, zum Beispiel Leistungen, Produkte, Lösungen, Über uns, Branchen, FAQ, Preise
- die Sitemap, falls vorhanden und die Startseite zu wenig verlinkt
Aus jeder Seite werden Titel, Überschriften und Fließtext extrahiert, Navigation und Skripte verworfen. Insgesamt fließen maximal rund 24.000 Zeichen in die Analyse ein. Der Crawler nennt sich DeathByKiBot, folgt maximal fünf Weiterleitungen, bricht nach wenigen Sekunden ab und lädt keine Datei größer als 1,5 MB.
2. Wie bewertet wird
Die extrahierten Texte werden als reine Daten an ein großes Sprachmodell (Claude von Anthropic) übergeben. Das Modell erhält feste Bewertungsvorgaben und gibt ein strukturiertes Ergebnis zurück, das unser Server auf Plausibilität prüft. Bewertet werden sieben Faktoren, jeweils auf einer Skala von 0 bis 100:
| Faktor | Frage dahinter |
|---|---|
| AI Automation Exposure | Wie viel der heutigen Wertschöpfung könnte durch KI automatisiert werden? |
| Digital Substitutability | Wie einfach kann das Angebot durch KI-Software ersetzt werden? |
| Human Dependency | Wie stark braucht das Geschäftsmodell weiterhin Menschen, physische Arbeit oder persönliche Beziehungen? |
| Competitive Moat | Marke, Daten, Kundenbeziehungen, Infrastruktur, Lizenzen, Regulierung, Netzwerkeffekte |
| Physical World Dependency | Wie stark findet die Wertschöpfung außerhalb eines Computers statt? |
| AI Adaptability | Wie gut könnte das Unternehmen KI selbst einsetzen, um sein Geschäftsmodell weiterzuentwickeln? |
| Business Model Resilience | Gesamtresilienz gegenüber KI-Disruption |
Zusätzlich benennt das Modell die erkannte Branche, das angenommene Geschäftsmodell, die wichtigsten KI-Risiken, die größten Chancen, den Transformationsdruck und drei konkrete Handlungsempfehlungen. Alle Textinhalte der untersuchten Website gelten dabei ausdrücklich als Daten und nie als Anweisungen an das Modell. Versuche, die Bewertung über versteckte Texte auf der Website zu manipulieren, werden ignoriert und gegebenenfalls im Ergebnis vermerkt.
3. Wie aus den Scores die Restlaufzeit wird
Aus den sieben Faktoren berechnet der Server einen Risikowert R zwischen 0 und 100:
R = 0,25 · Exposure + 0,25 · Substitutability + 0,15 · (100 − Moat) + 0,10 · (100 − Human Dependency) + 0,10 · (100 − Physical Dependency) + 0,10 · (100 − Adaptability) + 0,05 · (100 − Resilience)
R wird anschließend linear innerhalb fester Bänder auf Tage abgebildet. Innerhalb eines Bandes gilt: je höher R, desto weniger Tage.
| R | Risikostufe | Status | Restlaufzeit |
|---|---|---|---|
| 80 – 100 | sehr hoch | CRITICAL | 90 – 500 Tage |
| 65 – 80 | hoch | SEVERE | 500 – 1.000 Tage |
| 50 – 65 | mittel | ELEVATED | 1.000 – 2.000 Tage |
| 35 – 50 | niedrig | STABLE | 2.000 – 4.000 Tage |
| 25 – 35 | sehr niedrig | RESILIENT | 4.000 – 7.300 Tage |
| unter 25 | unbestimmt | UNDETERMINED | CAUSE OF DEATH CURRENTLY UNKNOWN |
Zum Schluss wird ein deterministischer Faktor von ±3 % angewendet, der aus der Domain abgeleitet wird. Dadurch erhält dieselbe Firma bei wiederholten Tests ein nahezu identisches Ergebnis und trotzdem keine glatten Rundzahlen. Der „Todestag“ ist schlicht das heutige Datum plus die berechneten Tage. Ergebnisse werden pro Domain für 24 Stunden zwischengespeichert.
4. Was das Ergebnis ist, und was nicht
- Das Ergebnis ist eine KI-gestützte Schätzung des Transformationsrisikos eines Geschäftsmodells in seiner heutigen Form.
- Der „Todestag“ ist bewusst satirisch. Er ist eine modellbasierte, überspitzte Darstellung, keine Prognose eines realen Ereignisses.
- Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Prognose, Unternehmensbewertung, Bonitätsauskunft, Anlageberatung oder Vorhersage einer tatsächlichen Insolvenz.
- Technologische Entwicklungen lassen sich nicht exakt vorhersagen. Sprachmodelle können sich irren, Websites können unvollständig oder veraltet sein.
- Die Analyse kennt nur das, was die Website öffentlich zeigt. Ein Unternehmen mit schwacher Website kann ein starkes Geschäftsmodell haben, und umgekehrt.
5. Warum wir es trotzdem ernst meinen
Die Faktoren entsprechen den Kriterien, mit denen auch Strategieabteilungen, Investoren und Berater KI-Risiken einschätzen: Automatisierbarkeit der Wertschöpfung, Substituierbarkeit des Angebots, Schutz durch Marke, Daten und Beziehungen, Anteil physischer Arbeit und die Fähigkeit, KI selbst zu nutzen. Der Humor ist die Verpackung. Der Inhalt soll Geschäftsführern und Unternehmern helfen, die richtige Frage früh genug zu stellen: Was an unserem heutigen Modell würde eine KI morgen günstiger, schneller oder besser machen, und was tun wir vorher?
6. Technische Grenzen
- Websites, die Inhalte ausschließlich per JavaScript nachladen, liefern dem Crawler wenig Text. Das Ergebnis lautet dann „INSUFFICIENT BUSINESS INTELLIGENCE“.
- Nur öffentliche Webseiten über HTTP/HTTPS werden abgerufen. Interne, lokale und private Adressen sind technisch gesperrt.
- Pro Nutzer sind nur wenige Analysen pro Stunde möglich, um Kosten und Missbrauch zu begrenzen.
Fragen oder Hinweise zur Methodik: office@buzzscale.de